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Kloster OchsenhausenDas Kloster "Ochsenhausen" finden Sie hoch über der gleichnamigen Stadt in Oberschwaben (Straßenkarte).

Die ursprünglich als Priorei des Klosters St. Blasien gegründete ehemalige Benediktiner-Reichsabtei Ochsenhausen, die zu den bedeutendsten Klöstern in Süddeutschland gehört, wurde im Jahr 1093 erstmals urkundlich erwähnt und entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zu einer unabhängigen Abtei. "Ora et labora" (bete und arbeite), die Maxime des Heiligen Benedikt, bestimmte über 700 Jahre lang das Handeln und Wirken des Klosters, das 1495 zur Reichsabtei erhoben wurde.

Das Kloster, das zur Zeit der Säkularisierung im Jahr 1803 rund 255 Quadratkilometer Fläche besaß und mit den abgabepflichtigen Einwohnern einen Jahresertrag von 120.000 Gulden erwirtschaftete, entsprach einem sehr reichen und wohlhabenden Kleinstaat, in dem der Abt auch gleichzeitig als "des Heiligen Römischen Reichs Prälat" die Gerichtsbarkeit über seine Untertanen hatte.

Die heutige Klostergestalt basiert auf Renovierung und auf Erweiterung der mittelalterlichen Gebäude jeweils zu Beginn des 17. und des 18. Jahrhunderts. Die spätmittelalterliche Kirche, 1495 geweiht und im Jahr 1620 modernisiert, sowie die Klostergebäude wurden von Coelistin Frener in den Jahren 1725 bis 1737 und von Benedikt Denzel in den Jahren 1737 bis 1767 nochmals grundlegend umgebaut, da sie den gewachsenen Ansprüchen der Äbte nicht mehr genügte.
Von Baumeister Christian Wiedemann wurde 1725 die mittelalterliche Basilika dem barocken Zeitgeschmack angepasst. Wiedemann, der auch für den Umbau des Inneren der Kirche verantwortlich war, ließ Rundbogenfenster einbauen und das Gewölbe tonnenförmig umbauen. Die Orgel, ein absolutes Meisterwerk, wurde vom berühmten Orgelbaumeister Joseph Gabler gebaut.

Der 1615 begonnene Neubau des Konventsgebäudes als Vierflügelanlage wurde im 18. Jahrhundert weitergeführt. Der vom Stuckateur und Bildhauer Thomas Schaidauf in den Jahren 1783 und 1791 ausgestaltete Bibliothekensaal befindet sich im Nordflügel. Im südlichen Eckturm wurde 1788 die berühmte Sternwarte mit der drehbaren Kuppel errichtet, die 1793 mit einem, um präzise Beobachtungen und Messungen der Himmelskörper vornehmen zu können, Azimutalquadranten (Nachführmöglichkeit für ein Fernrohr) ausgestattet wurde.

Die Bibliothek, in der bis 1826 rund 70.000 Schriftstücke aufbewahrt wurden, ist heute leider leer. Clemens Wenzel Lothar Fürst von Metternich, der damaligen Besitzer der Abtei, brachte nach der Säkularisierung des Klosters Teile der Bibliothek nach Schloss Königwarth oder verkaufte die Schriftstücke.

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