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Klosterruine HirsauDas Kloster Hirsau finden sie im gleichnamigen Ort in der Nähe von Calw (Straßenkarte).

Der rotbraune Turm von St. Peter und Paul sowie die Giebel der Schlossruine sind bereits von weitem sichtbar und verleihen Hirsau den besonderen Charakter.
Das Kloster Hirsau war einst eine bedeutende, geschichtliche Stätte; davon zeugen heute leider nur noch wenige, liebevoll restaurierte Klosterteile.

Gesichert zu sein scheint, dass die Frühgeschichte Hirsaus nur bis in die 1. Hälfte des 9. Jahrhunderts zurückgeht. Der karolingische Reischsbischof Noting von Vercelli brachte im Jahr 830 die Gebeine des 475 verstorbenen Bischofs Aurelius aus Mailand auf den Besitz seiner Verwandten aus dem Haus der alemannischen Grafen von Calw nach Hirsau an der Nagold.

Auf dem vom Grafen Erlafried gestifteten Land wurde 838 die neu errichtete Aureliuskirche geweiht, die jedoch rasch zerfiel und bereits im Jahr 1000 nur noch Ruine war. Auf Drängen von Papst Leo IX. entstand 1059 die neue Klosterkirche. 1065 kamen Mönche aus Einsiedeln, 1071 erfolgte die Kirchweihe durch den Bischof von Speyer. Der Unterbau vom Langhaus, das aus Handquadern errichtet wurde, und von der Fassade ist noch erhalten.

Der neue Abt Wilhelm wurde der Begründer der neuen Hirsauer Reform. Er befreite 1075 sein Kloster aus dem Eigenrecht der Stifterfamilie, führte 1079 die strengen Regeln des cluniazensischen Mönchtums ein und legte diese in den "Constitutiones Hirsaugienses" nieder. Er machte Hirsau kirchenpolitisch zum Mittelpunkt der päpstlichen Partei in Deutschland.

Am rechten Ufer der Nagold begann er 1082 den Bau der 97 Meter langen und 23 Meter breiten Peter- und Paul-Basilika. Diese wurde, wenige Wochen vor dem Tod von Abt Wilhelm, am 20. Mai 1091 vom Bischof von Konstanz geweiht und 1692 von französischen Truppen zerstört. Das Großmünster entsprach den liturgischen Forderungen der Reformbewegung und den Hirsauer Neuerungen. Die Umfassungsmauern mit Ecktürmen sind ebenfalls noch vorhanden.
Die Kirche war eine dreischiffige Säulenbasilika mit einem ausladenden Ostquerhaus. Ein Vorhof vor dem Langhaus, dessen Ummauerung noch sichtbar ist, läuft auf die Kirche auf.

Von den beiden aus dem 12. Jahrhundert stammenden Westtürmen ist der nördliche, der sogenannte "Eulenturm" erhalten. Das Fries aus Mensch- und Tierfiguren am Fuß des dritten Geschosses wurde astronomisch und astrologisch interpretiert und wurde auf den Dienst der Laienbrüder bezogen.

Die Bedeutung Hirsaus als künstlerisches Zentrum in romanischer Zeit kann einigen illustrierten Handschriften, wie z.B. dem Stuttgarter Passionale aus dem 12. Jahrhundert, entnommen werden.   

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