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Kloster AdelbergDas Kloster "Adelberg" ist auf dem Schurwald ziemlich exakt zwischen den beiden Städten Schorndorf und Göppingen zu finden (Straßenkarte).

Das ehemalige Prämonstratenser-Kloster Adelberg wurde im Jahr 1178 durch Volknand von Staufen, einem Vetter dritten Grades von Kaiser Friedrich I. „Barbarossa“, gegründet. Die Gründung an sich erforderte jedoch drei Versuche. Nachdem er es zuvor erfolglos mit den Zisterziensern und danach mit den Prämonstratensern vom Kloster Rot a.d. Rot versucht hatte, gelang es Volknand schließlich nach der Entsendung von Prämonstratenser-Mönchen aus der Abtei Roggenburg (Landkreis Neu-Ulm), das Kloster dauerhaft zu besiedeln.Gleichzeitig schenkte Volknand dem Kloster einen Teil des damals schon bestehenden Ortes Hundsholz (Adelberg). Zur Zeit der Klostergründung existierte bereits die im Jahr 1054 geweihte, ältere Ulrichskapelle.

Wegen der verwandtschaftlichen Beziehungen nahm Kaiser Barbarossa am 25. Mai 1181 das Kloster in seinen persönlichen Schutz. Barbarossas Sohn, der spätere König Philip von Schwaben, erhielt seine schulische Ausbildung im Kloster Adelberg. Auch ein persönlicher Besuch Barbarossas im Kloster ist nachgewiesen. Alleine diese Tatsachen lassen die Wichtigkeit des Klosters für die Staufer erkennen. Hinzu kamen die großzügigen Schenkungen von Prinzessin Irene, der Frau Philipps, und des kinderlos gebliebenen Gründers Volknand. Dieser vermachte nach seinem Tod seinen gesamten Besitz den Adelberger Prämonstratensern. 

Die Württemberger jedoch, die nach dem Untergang der Staufer das Kloster erwarben, waren dann in jeder Hinsicht verantwortlich dafür, dass nach deren Übernahme das Kloster seine glanzvollste Zeit überhaupt erlebte. Die beiden Äbte Berthold (1460 bis 1501) und Leonhard Dürr (1501 bis 1538) sorgten für eine Weiterentwicklung und Erneuerung des Klosters. Unter der Führung von Abt Berthold wurde z.B. die Ulrichskapelle neu erbaut und das Kloster im Jahr 1441, nach dem es bis dahin kirchenrechtlich nur eine Propstei war, zur Abtei erhoben. Er konnte es allerdings auch nicht verhindern, dass das 1188 neben dem Männerkloster errichtete Frauenkloster im Jahr 1476 nach Lauffen verlegt und somit in Adelberg aufgelöst wurde. 

Nach den Klöstern Hirsau, Maulbronn und Bebenhausen stand Adelberg, gemessen an der Steuerkraft, an vierter Stelle der württembergischen Klöster. Seine damalige Grundherrschaft umfasste 10 Dörfer mit 19 Weilern und 17 Pfarrkirchen, sowie 37 Höfe und 22 Mühlen. Dazu gehörten weitere Einzelgüter in 144 Orten. Kaiser Karl V. und die Fugger liehen sich sogar Gelder vom Kloster Adelberg. 
In die Verwaltungszeit von Abt Leonhard Dürr fiel der Kauf des herrlichen Hochaltars (Bartholomäus Zeitblom schuf die Tafelbilder und Nikolaus Weckmann schnitzte die Schreinfiguren) in der Ulrichskapelle und die Erbauung einer eigenen Bildhauerschule. Der erwähnte Altar aus dem Jahr 1511 stellt ein absolutes Kleinod der Spätgotik in unserem Land dar. 

Nachdem das Kloster 1514 und 1525 durch die aufständischen Bauern stark beschädigt wurde, erlebte es 1534 mit Einführung der Reformation unter Herzog Ulrich den Niedergang. In die Klöster wurden evangelische Lesemeister entsandt, um das Evangelium zu unterrichten. 1565 erhielt das Kloster Adelberg den ersten evangelischen Abt und wurde zur Niederen Grammatistenschule, in der u.a. auch Johannes Kepler von 1584 bis 1586 unterrichtet wurde. In der napoleonischen Zeit fiel dann 1807 auch das Kloster Adelberg der Säkularisation zum Opfer. Sowohl das Kloster als auch die Gemeinde Hundsholz (Adelberg) wurde dann dem Oberamt Schorndorf zugeteilt. 

Die Umfassungsmauern des Klosters, die Ulrichskapelle mit dem wertvollen und wunderschönen Altar, die Klosterprälatur mit kostbaren Deckenstukkaturen des Waiblinger Künstlers Heinrich Waibel, der Kräutergarten sowie die Klostervilla sind noch sehr gut erhalten. Die bekannten Freilichtspiele finden jährlich im imposanten Klosterhof statt. Informationen hierzu finden sie hier.

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