Die Staufer- oder Kaiserpfalz in Bad Wimpfen am Berg ist wohl das bedeutendste Baudenkmal in Baden-Württemberg unter den so zahlreichen Burgen aus der Stauferzeit. Kaiser Friedrich Barbarossa erbaute die größte staufische Pfalz nördlich der Alpen im 12. Jahrhundert auf einem Bergsporn. Die Burg in Bad Wimpfen weist die enorme Größe von etwa 210 m Länge und 80 m Breite auf. Der Wehrcharakter ist ein markantes Kennzeichen staufischer Pfalzen. In Bad Wimpfen sind die wichtigsten dieser Teile mehr oder weniger gut in anschaulicher Form erhalten: mächtige, in der Regel mit Zinnen besetzte Ringmauer mit daran anlehnendem Palas, einer Kapelle und einfachen Nebenbauten. Hinter der Mauer, immer auf der Hauptangriffseite stehend, der mächtige Bergfried. Der "rote Turm", die "Pfalzkapelle", der "Palas", dessen Nordwand mit Doppelarkaden, das "Steinhaus" und der "Blaue Turm" sowie das "Hohenstaufen- oder Schwibbogentor" und das "kleine Wohnhaus" am tiefsten Punkt der Pfalz sind zu besichtigen. Dadurch
jedoch, dass die Pfalz von einer jüngeren Bebauung bedeckt ist, kann
man sich über die ursprünglichen Bauten keine richtige Vorstellung
machen. Der Haupteingang zur Pfalz war an der Seite zur Stadtkirche hin.
Der "Blaue Turm", ein mächtiger Bergfried aus Buckelquadern,
flankierte die Mauer mit Tor, die damals höchstwahrscheinlich
schildmauerartig verstärkt war. Vom ehemals zweigeschossigen Palas ist
nur noch die Wand an der Nordseite erhalten. Der Palas wurde bereits im
Mittelalter zerstört. Die heute in seinen Räumen untergebrachte
Jugendherberge gehört zu den ältesten Fachwerkbauten (15.Jahrhundert)
der Stadt. Der "rote Turm", ein zweiter, mächtiger Bergfried aus Buckelquadern, steht am Ostende der Pfalz. Dieser Turm wird als Reduit des Königs angesehen. Der hoch angelegte Eingang ist gut erhalten, das obere Geschoss ist mit einem offenen Kamin aufwendig ausgestaltet. Das
"Hohenstaufen- oder Schwibbogentor" am unteren Pfalzausgang
ist mit einem Torturm versehen, der auf Burgen im Hochmittelalter in
Deutschland recht selten war. Dem Mauerwerk nach könnte er am Ende der
ersten Bauzeit der Pfalz entstanden sein. Der offene Kamin lässt darauf
schließen, dass er als dauerhafter Wohnsitz diente. Die Wehranlagen der
eigenen Stadt sind nur noch zwischen dem Dominikanerkloster und dem
Hohenstaufentor einigermaßen erhalten. Hinweis: Durch das Anklicken der nachfolgenden kleinen Vorschaubilder erscheinen die jeweiligen Fotos im Großformat in einem separaten Fenster (Javascript muss aktiviert sein). Bitte dann ein klein wenig Zeit aufbringen, denn der Qualität wegen wurden die Fotos nicht stark komprimiert! |