Die
Burg Weibertreu finden sie im Westteil von Weinsberg unweit von
Heilbronn entfernt (Straßenkarte).
Die
Weibertreu ist wohl einer der bekanntesten und berühmtesten Burgen in
Deutschland überhaupt. Der schwäbischen Dichter Justinus Kerner hatte
am Bekanntheitsgrad der Burg einen erheblichen Anteil.
Gräfin Adelheid und
deren Sohn Bischof Gebhard von Regensburg gründeten die Burg um das
Jahr 1037. 1130, nach dem Aussterben der Pfalzgrafen von Calw, die nach
den Regensburgern die Burgherren waren, gelangte die Weibertreu in den
Besitz des Herzoges Welf VI von Bayern.
Nachdem 1504 die Burg im Pfälzischen Erbfolgekrieg stark beschädigt
wurde, wurde
Herzog Ulrich von Württemberg Burgherr, der dann die Burg neu aufbaute
und zusätzlich einen Turm an der Nordostseite errichten ließ. Abermals
wurde die Burg 1525 im Bauernkrieg zerstört und seither nicht mehr
aufgebaut.
Der Frauenverein von
Weinsberg kaufte die Burg 1824 und restaurierte das Gelände innerhalb
der Mauern. Justinus Kerner war die treibende Kraft für dieses Handeln.
Von der Burg selbst sind nur noch wenige Reste und der Turm erhalten.
Das Fundament des zweiten Eckturmes ist ebenfalls noch vorhanden.
Die Geschichte besagt,
dass es im Herbst 1140 im Streit um die deutsche Königskrone zwischen
den Staufern und den Welfen zu einem erbitterten Kampf um die Burg
Weinsberg (Weibertreu) kam.
Als Gegenschlag zur erfolgreichen Einnahme der über der Mangfall
gelegenen Burg Vallei durch Herzog Leopold von Bayern, griff Konrad III.
den Welfen in Weinsberg an. Den Annalen zur Folge errang am 21.12.1140
Konrad III. einen überwältigenden Sieg. Daraufhin musste sich die Burg
ergeben.
An diese Übergabe erinnert noch heute die Geschichte der "Weiber
von Weinsberg". Das mittelalterliche Zeugnis aus der Kölner
Königschronik hat folgenden Wortlaut: "Anno 1140. Der König
belagerte eine Feste des Bayernherzogs Welf namens Weinsberg und brachte
sie zur Kapitulation, wobei er den Ehefrauen und den übrigen Weibern,
die sich hier vorfanden, mit königlicher Güte die Erlaubnis gewährte,
dass jede mit sich forttragen dürfte, was sie auf ihren Schultern
vermöchte. Diese aber, ebenso auf die Treue gegen ihren Gatten wie auf
die Rettung der übrigen bedacht, ließen ihre Habe beiseite und stiegen
herab, indem sie ihre Männer auf den Schultern trugen. Als nun Herzog
Friedrich widersprach, dass man solches hintergehen lasse, erklärte der
König, der die Hinterlist der Weiber nicht übel nahm, es schicke sich
nicht, ein Königswort zu wandeln".
Die Erzählung der "Weiber von Weinsberg" können sie hier
ausdrucken (öffnet in einem separaten Fenster).
Diese Errettung des
Mannes durch die Frau, die erstmalig in Weinsberg erzählt wird, ist in
die Geschichte unter dem Begriff "Weibertreu"
eingegangen.
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